Warum wollen wir alle immer „Höher, weiter, schneller?“

Hallo ihr Lieben,

heute melde ich mich mal mit einem etwas ungewöhnlichen Thema auf meinem Blog. Mir ist in letzter Zeit vor allem auf Instagram aufgefallen, dass es in vielen Bereichen mittlerweile nur noch darum geht, andere zu übertrumpfen. Sei es im Bereich Sport, Follower- oder Likeanzahl, Kooperationen oder auch beim Thema Arbeit und Zeitmanagement.

Es reicht heute nicht mehr einfach nur laufen zu gehen um aktiv zu sein und sich gut zu fühlen. Nein, es ist nicht mal mehr etwas Besonderes einen Halbmarathon mitzulaufen. Zumindest in unter zwei Stunden muss man ihn laufen um „Anerkennung“ zu erhalten. Aber eigentlich ist auch das schon wieder nicht genug… So hat man zumindest das Gefühl. Denn gerade scheint es normal zu werden, dass man nun einen ganzen Marathon mitläuft! Versteht mich nicht falsch, ich finde es absolut bewundernswert wenn Leute sich dafür entscheiden sich für 42,2 km anzumelden und dafür zu trainieren. Es ist eine wahnsinnig große Leistung einen Marathon zu laufen! Aber es ist deswegen nicht weniger bewundernswert wenn man einen 5 oder 10km Lauf oder auch einen Halbmarathon läuft, in einer Zeit die vielleicht auf den ersten Blick im Vergleich zum Rest der Instagramwelt nicht überragend scheint. Jeder, der sich entscheidet in seiner freien Zeit Sport zu treiben, sich und seinem Körper etwas Gutes zu tun und sich einfach nur auszupowern, hat ein Schulterklopfen verdient! Ich bitte euch, macht euch selber nicht schlechter und schmälert eure eigene Leistung gedanklich nicht, nur weil ihr auf Instagram andere Leute seht, die schneller oder weiter laufen oder öfter die Woche Sport machen. Seid stolz auf euch und eure Leistung!

Ein anderer Bereich wo mir dieses gegenseitige Überbieten noch viel stärker und bewusster auffällt ist das Thema: Arbeit. Es scheint irgendwie angesagt geworden zu sein, eine möglichst lange To-Do-Liste zu haben und möglichst viel Stress im Leben zu haben! Ständig muss man auf Instagram hören oder lesen: „Ich habe so einen vollen Tag heute“ oder „Meine To-Do-Liste ist sooo lang“. Auch beliebt sind Sätze wie “ Ich habe heute wieder bis spät in die Nacht gearbeitet“ oder Hashtags wie #busybee #workworkwork #hustle und und und… Seit wann ist es eigentlich cool gestresst zu sein und ständig am „arbeiten“ zu sein? Ich weiß noch wie man es früher gefeiert hat, wenn man nach der Schule nichts tun musste und einfach entspannen konnte…Das gibt es heute scheinbar nicht mehr…Versteht mich bitte auch hier nicht falsch – das Ganze ist jetzt natürlich etwas überspitzt dargestellt. Auch ich mag es, Dinge abzuhaken, zu erledigen und produktiv zu sein! Bestimmt habe auch ich die Sätze oben schonmal gesagt oder geschrieben und vielleicht auch den ein oder anderen Hashtag schon benutzt. Allerdings ist für mich sowas wie einen Blogpost schreiben oder Fotos machen auch kein „arbeiten“…Klar, es gibt viele, die mittlerweile vom Bloggen leben und damit ihre Brötchen verdienen, dennoch finde ich, ist es einfach zu sehr Mode geworden, ständig davon zu sprechen wie busy man doch ist und wie viel Arbeit man doch hat! Immer will man das Bild vermitteln, dass man nur produktiv ist, jeden Tag 20 Dinge auf seiner To-Do-Liste abhakt und sowieso alles Arbeit ist! Dieses Wort ist so langsam zu meinem persönlichen Anti-Wort auf Instagram geworden 😀 Können wir nicht alle mal ein bisschen mehr entspannen und das auch zugeben? Können wir nicht alle mal ein bisschen weniger Produktivität vorgaukeln und auch mal posten wenn wir den ganzen Tag nur faul waren und ungefähr nichts geschafft haben außer vom Bett aufs Sofa und zum Kühlschrank zu gehen? Ich wäre dafür!

Und wo wir gerade beim Thema „Blogger als Beruf“ sind… Nur weil gefühlt grade jeder zweite hauptberuflich Blogger ist, heißt das nicht, dass du nicht auch glücklich sein kannst, wenn du einen 9 to 5 Job hast und jeden morgen ins Büro stiefelst. Für mich zum Beispiel wäre das auf Dauer gar nichts! Klar, wirkt das immer wie ein Traumjob, doch ganz ehrlich? Wollt ihr wirklich ständig am Handy hängen, immer ein Update an eure Follower geben, auch beim Essen gehen mit deinem Freund auf Instastories posten? Nein Danke! Ich bin ganz froh, dass ich am Wochenende auch Wochenende habe. Dass ich ein geregeltes Einkommen habe. Dass ich liebe Kollegen habe die ich jeden Tag auf der Arbeit sehe und mit denen ich mich austauschen kann. Und vor allem dass ich auch noch ein Leben außerhalb von Instagram habe! Denn überlegt mal, wenn ihr auch noch für euren Job ständig in Social Media abhängt, wie wenig würde denn noch vom Real Life übrig bleiben? Also lass dir gesagt sein: Du darfst auch mit deinem „ach so langweiligen Bürojob“ glücklich sein und ein schönes Leben führen.

Nicht alles ist immer Gold was glänzt!

Ich hoffe es fühlt sich niemand von diesem Post angegriffen und ihr versteht, was ich sagen möchte! Manchmal sollten wir alle, und da nehme ich mich auch nicht aus, einfach mal einen Gang runter fahren, sich bewusst machen wie gut es uns geht und was wir alle schon erreicht haben. Es tut auch mal ganz gut, sich zu entspannen und die To-Do-Liste für einen Tag lang mal umzudrehen und links liegen zu lassen! 🙂

Birthe ❤

selfp

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5 Gedanken zu “Warum wollen wir alle immer „Höher, weiter, schneller?“

  1. Du sprichst mir soo aus der Seele! Es stört mich in letzter Zeit schon sehr, dass einige Blogger und Instagramer immer wieder betonen, dass sie den gaaanzen Tag arbeiten und suuper viel schaffen. Bis zu einem gewissen (authentischen!) Grad motiviert das natürlich auch, aber wenn ich sehe, dass die „Arbeit“ aus einem Blogpost und einem fancy lunch in einem hippen Restaurant besteht, ist ja klar, dass die Person Arbeit, Freunde und super viel Sport unter einen Hut kriegt. Als außenstehende mit 8 Std Arbeit fühlt man sich da oft schlecht, weil es einem nicht gelingt. deswegen mag ich deine instagram Seite auch so gern 🙂 du zeigst, dass man nicht jeden Tag zum Sport muss und hast dir #hustle wirklich verdient, als du z.b. die doppelbelastung mit Arbeit und bachelorarbeit hattest!

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